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Die Freiheit der Piraten

24. September 2013 | Archiv | 0 Kommentare

Die Wahl ist geschafft.
Ich bin auf angenehme Art erschöpft und ruhe mich aus und verarbeite das Erlebte.
Die Woche vor der Wahl war besonders voll und auch ganz besonders schön…
Hier ein paar Eindrücke und Aktionen:

BGE-Demo am 14.09.13 in Berlin





Jarek, entspannter und großartiger Organisator der BGE Demo 🙂




Mit dem charmanten PiratTaxi zum Hauptbahnhof….





Und dann Magdeburg…..


 

Noch 2 wunderbare regionale Infostände, eine Fahrt zu Piratinnen nach Weimar um dort nochmal das bedingungslose Grundeinkommen zu besprechen und dann die Wahl…

Hier sind die konkreten regionalen Wahlergebnisse zu finden.
Es gibt eine weite Spannbreite von 7,8% – 1,3% in den verschiedenen Greifswalder Wahlkreisen. Wie das in Stralsund und anderen Gemeinden aussieht, weiß ich gerade noch nicht.
Gesamtergebnis: Erststimmen im Wahlkreis15: 2.3%
                           Zweitstimme: 2,2%
Hier eine interessante Grafik von @derPUPE, die die gewonnnen Stimmen in Verhältnis zu den finanziellen Mitteln, die die Parteien aufwenden konnten, setzt:
🙂

Das Piratengesamtergebnis habt Ihr ja bestimmt mitbekommen.

Ich danke Euch allen herzlich für die schöne Zusammenarbeit.

Alle vier Jahre wählen ist Minimaldemokratie und erzeugt in mir, schon wenn ich daran denke, ein unangenehmes Ohnmachtsgefühl. Stimme abgeben eben…

Petitionen sind unverbindliche Bitten und allenfalls ein Notwerkzeug um Themen auf die politische Bühne zu hiefen.
Was fehlt sind bundesweite Volksabstimmungen.

Etwas Neues ist im Entstehen, das Alte ist noch sehr präsent.
Mein Engagement bei den PiratInnen finde ich goldrichtig:
Eine Partei um das Parteiensystem zu überwinden. Ein gangbarer Weg und gleichzeitig eine fast atemberaubende Gratwanderung.
Abrutschen in alte Strukturen ist jederzeit möglich…

Einfach stumpf zur Wahl aufrufen gelingt mir daher eher nicht. Das wäre Uraltform 🙂
So ging es:

 asap: As soon as possible/Sobald als möglich

Nun ist die Wahl vorbei und ich fühle mich ungeheuer erleichtert.
Ich fühle mich wieder frei.

Ich denke nach. Es sind soviele Groschen gefallen, dass ein funkelnder Glitzerhaufen vor mir liegt.
Ich beginne zu sortieren…
Wieso habe ich mich als Kandidatin unfrei gefühlt?
Die Piratenpartei ist offen, angenehm und dennoch:
„Ich muss jetzt das sagen, was die anderen mit soviel Mühe und Ringen auf Parteitagen beschlossen haben. Ich stehe als Kandidatin auch für das Programm“

Das habe ich gespürt. Das teile ich sogar und dennoch wirkt es lähmend auf mich.
Ich bin weder ein Sprachroboter, noch eine Rezitatorin. Ich will frei denken und handeln. Frei sprechen. Ich bin verantwortlich. Für meine Taten. Andere für ihre.

Ich habe gemerkt, wie eng diese Parteiform, trotz bester Absichten aller Beteiligten, werden kann.
Wie kann ich das Neue aus dem Alten entwickeln?
Das Grundthema der Piratenpartei ist für mich Freiheit.
Nicht das alte liberale Konzept was eher den Staat meint.
Bei den PiratInnen finde ich einen viel lebendigeren Freiheitsbegriff.
Einen Freiheitsbegriff der jede/n Einzelne/n, der mich selbst meint.

Selbstbestimmung.
Frei von Bevormundung.

Frei und glücklich fühle ich mich, wenn ich das tun kann, was ich als meine ganz persönliche Aufgabe erkenne.
Ich will nicht regiert werden.
Das ist ein altes Konzept. Wie organisieren wir uns zusammen? Wie können wir uns frei entfalten?
Wie kann ich das tun, was für mich dran und notwendig ist, und trotzdem mit anderen zusammenarbeiten?

Diese Fragen werden in der politischen Arbeit in der Piratenpartei konkret.
Denken kann ich das alles locker. Aber Machen ist dann sie spannende Aufgabe.
Im noch alten Rahmen, schon das Neue tun.

Sehr berührt hat mich gestern was Enno Schmidt zu dieser Thematik sagt:

Ich freue mich sehr die großen Themen Freiheit und Eigenverantwortung weiter zu bewegen.
Ich bin froh über diese orange „Freibeuterpartei, die die Herrschaftsfrage stellt, die die Freiheit des Einzelnen meint, dafür passende Formen sucht und dieses ganze Demokratiepojekt offen, demokratisch und engagiert mit anderen zusammen gestaltet und teilt.
Ein riesen Job und gleichzeitig das Normalste der Welt.
„Wir sind die mit den Fragen / Ich bin die mit den Fragen“. Mit dieser Haltung komme ich persönlich voran.. Von Frage zu Frage, von Antwort zu Antwort. Ergebnisoffen.
Das ist Freiheit. Das interessiert mich.
Und wie geht das jetzt zusammen mit anderen?

Wie geht „frei, eigenverantwortlich und zusammen“?
Das ist die Freiheitsfrage, die mich bewegt.
Die Piratenpartei ist ein guter Ort um sie weiter zusammen zu bewegen.
Danke.

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